Dinge, die ich mit 26 zu tun gedenke.

Bunte Blätter im Herbst

– Mehr Musik hören. So mit Vorsatz und nicht nur auf dem iPod beim Bahnfahren.
– Eine Sprache lernen. Zumindest ein bisschen.
– Einen Klassiker der Weltliteratur lesen.
– Mehr raus gehen. Also in die Natur, nicht in die Disco. Ich bin zu alt für Discos.
– Mehr Fotos machen. Und die Fotos auf meiner Festplatte sortieren. Endlich mal.
– Neben Häkeln eine zweite Handarbeit lernen. Ganz bestimmt nicht Stricken. Ich kann nicht Stricken.
– Lernen, wie man Mayo selber macht. Ketchup kann ich schon, Pommes auch.
– (Wieder) Lernen, wie man auf zwei Fingern pfeift. Ein Jammer, dass ich das jemals verlernt habe.
– Reich werden. Ich mein, versuchen kann man es ja mal. Lotto scheint mir eine gute Möglichkeit zu sein.

Und natürlich gelobe ich, wie jedes Jahr, nun endlich vernünftiger zu werden. Dieses Jahr klappt es. Ganz bestimmt.

PS: Einige warten noch auf Post von mir. Ich habe euch nicht vergessen, hab nur grade einen kleinen Hänger (lies: fiese Verrotzung). Ich bitte um Geduld. Danke!

Renovieren. Oder: Die Liebe überwindet alles.

Während ich auf dem Sofa kauere und diese Zeilen tippen sollte ich eigentlich die Massen an Kram aus unserem Wohnzimmer räumen, die sich in den Regalen und Ecken stapeln.
Denn:
Wir renovieren.

Lack zum renovieren.

„Wieso sollte man soetwas denn tun?!“ wird jetzt der ein oder andere Klugscheisser fragen.
Ich fürchte, da spricht der aktuelle Zustand unserer Wohnung für sich selbst. Die Jahre mit verfluchtem Indianerfriedhof unter einem Dach haben ihre Spuren hinterlassen. Löcher in den Wänden, Wasserflecken, Stromkabelgedöns auf der Wand, kaputte Tapete, vergilbter Anstrich, olle Möbel…
Also renovieren. Ich meine, man gönnt sich ja sonst nix!
Wir haben uns also für viel Geld im Baumarkt unseres Vertrauens umme Ecke, weil wir ham ja kein Auto, mit Farbe und Pinseln und Folie und Abstreichgitter und Rolle und Teleskopstange und Lack und Kreppklebebenad eingedeckt. Und schon beim nach hause schleppen keinen Bock mehr gehabt.
Zuverlässiger als jeder Urlaub ist so eine Renovierung ein perfider Test für Paare und solche, die es werden wollen. Zwischen Pannen und Potenzgerangel fällt da selbst bei gefestigten Ehen schnell schonmal was in Richtung „Scheidung“.
Grundsätzlich wollen wir beim Streichen an der jeweils anderen Zimmerseite anfange. Ich räume unser Hab und Gut grundsätzlich dahin, wo es Ihm im Weg steht. Er macht sowieso alles verkehrt. Beim Lackieren ist er viel zu ungeduldig. Ich arbeite an zehn Fronten gleichzeitig und mache nichts so richtig richtig. Ich bin langsam, er wird grantig, ich bin beleidigt. Die Wand wird streifig und wir sind mehr damit beschäftigt einander die Schuld daran zu geben, als das Malheur zu beseitigen.
Doch irgendwann ist jede Wand gestrichen und jedes Regal lackiert. Mit den Farbresten aus den Pinseln wird auch die schlechte Laune den Abfluss runter gespült, spätestens nachdem die Möbel wieder an ihre Plätze gerückt wurden haben sich alle wieder lieb.
Arm in Arm betrachtet man schließlich das vollendete Werk, der Mühen Lohn. Und alles ist gut.

Um möglichst schnell zu dem „und alles ist gut“ Teil zu kommen sollte ich jetzt mal anfangen, das Wohnzimmer auszuräumen. Hätten wir nur nicht so furchtbar viele Bücher… Aber das ist eine andere Geschichte.
Ellen

Indianerfriedhof.

Wir, also mein Mann und ich, sind stolze Besitzer eines transportablen Indianerfriedhofes.
Wie sonst kann es sein, dass wir bisher ausschließlich in verfluchten Wohnungen gelebt haben?
Ganz klarer Fall von Indianerfriedhof. Die rastlosen Geister amerikanischer Ureinwohner ziehen mit uns von einem Ort zum anderen und verwandeln jede Traumwohnung aus bösartigen Rachegelüsten jedes Mal über kurz oder lang in eine Bruchbude.
Da wären bisher: Junkies und Schäferhund-große Ratten im Hinterhof, unerklärliche Brandlöcher im neuen Teppichboden, blanke Stromkabel-Enden hinterm Badezimmerspiegel und daraus resultieren ein wunderhübscher Funkenregen bei Kondenswasserbildung, ein sehr löchriges Dach (Und wir in der Dachgeschosswohnung. Natürlich.) mit anschließendem Monster-Schimmel-Befall, daran anschließend ein Gerichtsverfahren, ein Friteusenbrand (Kurz nach unserem Auszug, aber ich erkenne ein Muster!), verrottete Stromleitungen mit drohendem Kabelbrand, eine undichtes Klo-Rohr und letzte Woche schließlich, DAS:

Ein Wasserfleck auf der Badezimmerwand neben der Hauptwasserleitung.

Ein Wasserfleck. In unserem Badezimmer. Neben der Hauptwasserleitung.
Wir, mit unseren Handwerken mittlerweile schon per Du, natürlich sofort fachmännische Hilfe beordert. Bei der Handwerksfirma scheinen wir nach all den Wohnungstraumata nun unter „DIE schon wieder“ zu laufen und mussten trotz drohender Überflutung bis heute auf dein Einsatz von Super Mario warten. Unser Mario ist Deutsch-Türke und kein Italo-Amerikaner, hat keinen Schnurrbart und er heißt auch garnicht Mario. Aber sonst ist die Ähnlichkeit frappierend, ehrlich! Naja, Klempner ist er immerhin…
Und ebenjener hat nicht lange gefackelt und ZackBumm die Wand zerkloppt. Die Wand sieht jetzt ungefähr so aus:

Loch in Badezimmerwand.

Ein tolles, tolles Loch. Und in dem Loch ein Rohr. Und in dem Rohr? Genau! Ein Loch.
Ein Loch von einem Dübel, um genau zu sein. Inklusive Dübel. Und das Rohr? Nicht die Hauptwasserleitung der Wohnung, wie wir befürchteten, sondern die Abwasserleitung von der Wohnung über uns. Lecker. Das war also Abwasser an unserer Wand. Und nicht unser eigenes. Igitt.
Jetzt grade flext unser Mario-Verschnitt das Rohr aus der Wand um dann unlöchrigen Ersatz einzubauen. Und für nächste Woche hat er mir einen Kollegen versprochen, der kommt und das Loch in der Wand weg zaubert. NÄCHSTE WOCHE SCHON! Ich kann vor Freude kaum an mich halten.
Bis dahin werde ich mich jetzt noch ein bisschen über tote Indianer schlau machen. Wer von euch eine effektive Methode zur nachhaltigen Besänftigung indianischer Geister weiß, der möge mich bitte darüber in Kenntnis setzen. Und für alle Fälle suche ich mir bald einen Heimwerkerkurs. Mit einem Indianerfriedhof im Schlepptau sollte man auf alle Katastrophen vorbereitet sein.
Indianischer Tool-Time-Gruß an alle Klempner! Ellen.
(Bin ich eigentlich die einzige, die das Wort „Klempner“ lustig findet?)

Der Tag an dem meine Haare orange waren

Jupp. Für 24 Stunden war ich Karottenblond. Und es war kein Spaß.

Haare faerben

Gestern Abend fuhr ich in einer Art Kurzschlusshandlung zum Drogeriemarkt meines Vertrauens und erstand Haarfarbe. Kupferblond. In der Hoffnung genauso toll und hip auszusehen, wie all die Erdbeerblondinen dieser Tage wurde die Pampe am selben Abend noch draufgeklatscht.
Und dann, dann waren meine Haare orange.

Orange Haare

Karottenblond. Während mein Mann das Ganze cool bis amüsant fand, schwankte ich zwischen Punk und Panik.
Heute morgen war dann ganz schnell klar: Das geht garnicht und mein Tag war im Eimer. So richtig. Die Farbe war scheußlich, meine Haare waren scheußlich. Ich war scheußlich.

Nachdem ich mich ein paar Stunden mit ‚Friends‘ auf dem Sofa versteckt und Chips mit Schokolade gefrühstückt habe, habe ich mich entschieden, dieses Desaster zu nutzen und mir selbst eine Lektion in Eigenliebe zu erteilen.
Ich bin mehr als eine schlechte Frisur. Von sowas lass ich mir doch nicht so dermaßen die Laune verderben!

Aufgegessene Avocado

Also gab’s erstmal etwas Gutes zu essen. Avocado und Tomate machen fit und gesund und sind einfach sehr viel besser als Chips und Schokolade. Zumindest besser als Chips. Ganz nach dem Motto: Vitamine – Weil ich es mir wert bin.

Goldener Nagellack und gruener Ring

Dann wurden die Dicken Klunker rausgekramt und die Nägel vergoldet. Eine ausgiebige Dusche und einen beherzter Schuss aus der Make-Up-Flinte haben den Rest erledigt. Kurz: Ich habe alles getan, um so hübsch wie möglich zu sein. Ganz für mich alleine, weil der Rest der Welt nur Augen für meine Signal-farbenen Haare hatte. Wie gesagt: Ich bin es mir wert :)
Und ihr solltet das übrigens auch sein! Egal, wie doof euer Tag ist, wie schlecht eure Haare sitzen und wie dick, dünn, klein oder unförmig ihr euch fühlt. Zeigt euch selbst Respekt!

Derart verwöhnt und aufgeheitert hab ich mich dann sogar ohne Perücke zu einer tollen Verabredung in die Stadt getraut. Mit einer lieben, lieben Freundin, die meine eigenartige Haarfarbe garnicht so schlimm fand, gab es leckere heisse Schokolade. Und ne neue Packung Haarfarbe.

Haarfarbe Mahagoni

Mahagoni. Und ich liebe es.
Was ich neben einer letztendlich doch tollen Farbe mitgenommen habe von heute?
Man muss sich auch mal selbst verwöhnen, dann können alle Färbe-Pannen, miesen Tage und fiesen Launen einpacken.
Und mein Mann ist nicht nur sehr viel geduldiger als ich gedacht habe und ein Ass darin, mich aufzuheitern. An ihm ist ein Frisör verloren gegangen, so toll hat er mir die Farbe auf den Kopf geklatscht.
Jetzt denke ich bei einem Tee und ‚Unterschichtsfernsehen‘ darüber nach, wie ich an jedem Tag besser mit mir selbst umgehen kann.
Wie macht ihr das? Was motiviert euch? Wann tut ihr euch was Gutes?
Wir versuchen immer nett zueinander sein. Da können wir doch auch mal bei uns damit anfangen, oder? xoxo. Ellie