Glück in der Liebe, Pech beim Einrichten.

Ein Stapel Bücher über Wohndeko und Architektur

Seit ziemlich genau 5 Jahren wohne ich nun mit einem Mann zusammen, der mir bei vielen Dingen aus tiefster Seele spricht. Nur bei einem Thema könnten wir verschiedenerer Meinung nicht sein: Unsere Wohnung.

Er geht das ganze Konzept „Wohnen“ sehr männlich-praktisch an, während ich vorallem eines will: Es schön haben.
Meinen Jahresurlaub könnte ich in der SB-Abteilung des Dortmunder IKEA verbringen. Meinem Mann hingegen geht es völlig ab, mehr Zeit und Geld als unbedingt nötig in unsere Einrichtung zu investieren.

Nun konnte ich kürzlich nicht nur durchsetzen, dass wir sein altes, unförmiges und von Brandlöchern verschandeltes Junggesellen-Schlafsofa durch etwas Neues ersetzen. Ich konnte obendrein sogar noch ein Pseudo-Arbeitszimmer für mich herausschlagen.
Pseudo ist dieses Arbeitszimmer zum einen, weil es im Grunde nichts anderes sein wird als eine Ecke unseres Wohnzimmers, die durch ein Regal vom Rest des Raumes getrennt wird. (Zum anderen bezweifelt mein Mann immer wieder gern, dass ich überhaupt soetwas wie „arbeite“. Er arbeitet quasi andauernd, weshalb ich ihm diese Aussage nachsehe. Ich arbeite nämlich tatsächlich vorallem dann, wenn es sich nicht vermeiden lässt.)

So. Ich kriege also ein eigenes „Zimmer“, wenn wir die Regal-getrennte-Wohnzimmer-Ecke jetzt einfach mal so nennen wollen. Kaum war das geklärt war ich rubbeldiekatz im Internet und durchforstete diverse Onlineshops wie etwa Debenhams nach lebenswichtigen Einrichtungsgegenständen für mein Zimmer.

Kissen und Kerze in einer Teetasse aus dem Debenhams Onlineshop

Bilder via debenhams.de

Lies: Ich stromerte stundenlang zwischen virtueller Wohndeko umher. Kissen und Kerzen und Vasen und so. Solche Kleinigkeiten sind nämlich un-fass-bar wichtig wenn man sich einrichtet. Ehrlich.

Da ich diesmal beim Einrichten keine Rücksicht auf einen, sagen wir mal: schlichteren Geschmack nehmen muss, kann ich voll zulangen, was Blümchen und Rüschen und Schleifchen und Rosa und Pink angeht.
All meinen weiblichen Einrichtungs-Bedürfnisse sind nun endlich keine Grenzen mehr gesetzt und nach einem Leben zwischen lauter Wohn-Kompromissen entladen sich nun alle meine „Das ist doch süß/toll/lustig/irre“-Geschmackseskapaden auf einen Haufen.
So ist dann ach sichergestellt, dass ich in meinem Arbeitszimmer meine Ruhe habe, denn ausser mir wird es dort wahrscheinlich niemand lange aushalten. Ausser Marie Antoinette vielleicht. Oder Nicki Minaj.

Der Rest des Wohnzimmers wird natürlich Ehemann-tauglich. Schwarz und weiß und Bandposter. Einen Sitzsack und Lavalampen, die Spielekonsolen allzeit bereit, ganz wie es sich für ein vernünftiges Männerzimmer gehört.
Und wenn mir das alles zu langweilig wird, dann geh ich einmal ums Regal: Da wartet meine Mädchenwelt schon auf mich. ❤

Wohnt ihr auch mit Einrichtungs-Geschmacksgrätschen wie meinem Mann (oder, jaja ich sehs ein: mir) zusammen? Und wie kommt ihr damit zurecht, ohne euch ganz in eine Gedankenwelt aus ‚Schöner Wohnen‘-Schnipseln zu flüchten?

6 Gedanken zu “Glück in der Liebe, Pech beim Einrichten.

  1. Der Herr an meiner Seite ist auf jeden Fall sehr viel…puristischer als ich. Aber auch ein bisschen unaufmerksam, weshalb ich einen Teil der Weihnachtsdeko (der Teil, der aus Sternen besteht) einfach stehen gelassen habe. Bisher hat er nichts gemerkt. Mit Blumen und kleinen Engel-Figuren mache ich das ganz genauso. Und der Rest klappt zum Glück ganz gut.

  2. Hach… Du schreibst mir aus der Seele… Einfach ist es nicht, so ein Leben mit einem Mann zusammen in der Wohnung, es sei denn, der Mann ist schwul, dann kämen wir eventuell auf einen Nenner. Mein „Mitbewohner“ liebt so Dinge wie „Vertikal Stores“, also diese schäbbigen Lamellengardinen, die man aus Arztpraxen oder Kanzleien kennt. Dann aber noch nicht mal weiß (das wäre ja auch zu hell = feminin), nee, in grausigem Beige und dass auch noch in 2 verschiedenen Tönen. *kotz* Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt und ich sehe ja auch ein, dass ich nicht der alleinige Bestimmer sein kann. Immerhin sind schon ein paar seiner alten Einrichtungsgegenstände dem Spermüll zum Opfer gefallen und ich habe mich geschmacklich einbringen können. Aber wenn es nach mir ginge, wären die Möbel, weißer, freundlicher und viiieeel mädchenhafter. Aber: einen Kerl, der in rosé Bettwäsche nächtigt will man irgendwie ja auch nicht, oder? 😉 Ein Hoch auf die Kompromissbereitschaft! Knutscher für dich, Dee aus Bochum

  3. Ich bin der Überzeugung, dass das genetisch bedingt ist. Der männliche Bewohner von HansensGasse h a t einen Einrichtungsgeschmack, jaahaaa, aber der ist nicht wirklich kompatibel mit dem der Bewohnerin. Und dabei ist meiner sehr weit entfernt von Rüschen, Schleifen oder rosa. Aber ab und zu ein paar Blumen… etwas altes … etwas nicht-schwarzes…
    Und so ist Wohnen eine never ending Story, immer in Veränderung. Ist ja auch gut so.
    Viele Grüße aus
    HansensGasse

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