Soviel Zeit muss sein.

Riesenrad auf dem Essener Weihnachtsmarkt

Beim Im-Internet-Rumdödeln bin ich eben auf Kaelah’s Little List of Gratitude gestoßen und fühlte mich ertappt. Wann habe ich das letzte Mal so wirklich gesagt, wie dankbar ich bin? Ich verbringe viel Zeit mit schimpfen und moppern, mit wünschen und träumen. Dabei weiß ich das, was ich habe sehr zu schätzen und bin für vieles zutiefst dankbar. Aber wann nimmt man sich schonmal die Zeit, so richtig ‚Danke‘ zu sagen für die ganz alltäglichen Dinge? Den Menschen für das zu danken was sie eben so tun?
Genau. Das macht man viel zu selten. Ich finde, dass da Veränderung Not tut und darum hier ein kleiner Anfang für mehr offene Danksagung: Meine kleine Liste der Dankbarkeit. In zufälliger Reihenfolge.

– Ich bin dankbar für meine Gesundheit. Und für die meiner Familie.

– Meinem Mann bin ich für seine Geduld dankbar, für seine Fähigkeit mich selbst an den schlimmsten Tagen zum Lachen zu bringen, für seine Ehrlichkeit und für den Mut, den er mir macht. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihn habe.

– Als uns die Tapete auf den Kopf fiel und den geplanten Besuch meiner Mama durchschlug, bei dem wir Natur und Kultur im Ruhrpott erkunden wollten, hat sie sich von dem Chaos nicht abschrecken lassen und ist trotzdem gekommen, hat den Besen in die Hand genommen und schließlich sogar die Fenster geputzt. Für sowas kann man nicht genug danken.

– Ich bin dankbar dafür, dass ich so gut lebe, wie ich es nunmal tue. Wir sind nicht reich, aber haben ein Dach über dem Kopf, immer was gutes zu Essen auf dem Tisch (keine Kommentare über meine zweifelhaften Kochkünste bitte!)und auch sonst haben wir alles, was wir brauchen. Oft sogar mehr als das.

– Pommes. Ja, ich danke dem lieben Gott oder wem auch immer für Pommes. Ich bin ein kleines Pommesgrab und wenn nix mehr geht – Pommes.

– Heute war ich mit der unglaublichen Heidi Kaffe trinken und bin riesig dankbar, dass ich sie über’s Bloggen kennen gelernt habe. Genau wie die fabelhafte Juli. Mit Mädels wie denen vergisst man die Zeit.

– Ich bin dankbar für alte Freunde, die auch nach meinen ganzen Jahren fern der alten Heimat noch an mich denken.

– Danke für Schokotorte. Das brauche ich wohl nicht zu erklären.

– Ich bin dankbar, in einem Land zu leben in dem ich einfach frei Schnauze bloggen kann und meine Meinung sagen darf.

Und ich danke Euch. Weil Ihr Euch die Zeit nehmt meine fünf bis zehn Zeilen hier zu lesen und weil ihr so toll kommentiert.
DANKE. Soviel Zeit muss sein.

6 Gedanken zu “Soviel Zeit muss sein.

  1. Ich danke dir für das Erwähnen und gebe den Dank gerne zurück <3

    Ich glaube, es sind die kleinen Dinge, die man nicht richtig bemerkt, nicht zu schätzen weiss oder über die man erst nachdenken muss.

    Zu deinem "gut leben"-Dank: Ich denke, dass es eben viele Menschen nicht zu schätzen wissen, wie gut wir es eigentlich haben … denn leider neigt der Mensch im Allgemeinen zum "mehr" und ist eh nicht zufrieden mit dem was man leistet oder mit dem was man hat und ich finde, man sollte öfter innehalten um sich bewusst darüber zu werden, wie verdammt gut wir es hier eigentlich haben.

    Und das mit der Gesundheit: Du hast Recht.
    Bei "Hallo Mister Gott" gibt es eine Stelle, da fragt Anna Gott, was er am Wundersamten an den Menschen fände. Gott antwortete:
    "Die Menschen würden für mehr Lohn ihre Gesundheit gefährden. Wenn sie dann schwer krank sind, würden sie aber all ihr Geld investieren, um wieder gesund zu werden."

    Da ist was dran!

  2. Ja, dieses Danken… Das ist schon eine ganz wichtige Sache – ich glaube, ich übertreibe das manchmal. (Nein, man muss dem Liebsten nicht fünfmal fürs Abwaschen danken, das ist ZUVIEL.) Aber es ist einfach drin – ich will mich wertgeschätzt fühlen, und das heißt, dass ich zuerst wertschätzen muss.

    Manchmal, wenn ich irgendwo eine Reportage gesehen habe über Leute im Rollstuhl oder verbrannte Leute – dann guck ich mir meinen Körper an und bin dankbar, dass ich zwei Arme und zwei Beine und überhaupt alle lebensnotwendigen Organe habe und dass ich „normal“ aussehe (wenn schon nicht übermäßig hübsch, aber das ist ok) und dass ich ein Leben meiner Wahl führen darf. Und manchmal habe ich wegen all der Unterstützung, die ich so kriege, fast ein schlechtes Gewissen, denn ich bin so unfassbar privilegiert mit meinem Freund und meiner Familie, aber ich lebe es nicht voll aus. Sollte Dank nicht auch heißen, dass man die angebotene Hand nimmt und das beste aus der Hilfe macht, anstatt sich deshalb klein zu fühlen?

    Hach, ich hab meinen Philosophischen. Ein gutes Thema jedenfalls.

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