Courage.

Morgen ist mein letzter Arbeitstag als ‚Azubi‘. Und während es eine riesen Erleichterung ist zu wissen, dass ich diese Sache endlich (nach einem knappen halben Jahr…) hinter mir habe, habe ich plötzlich doch richtig Schiss vor meiner eigenen Courage.
Eine Ausbildung hinschmeißen ist kein Pappenstiel. Langsam kommt die Sorge doch durch. Ob mich noch irgendwer einstellt? Mit 25 und ohne abgeschlossene Ausbildung? Ob wir im März noch die Miete bezahlen können? Ob ich jemals eine Arbeit finde, die mich glücklich macht?
Grade hatte ich einen mittleren Zusammenbruch, nachdem mir klar (gemacht…) wurde, dass die nächste Zeit kein Zuckerschlecken ist. Vor lauter Euphorie, was Neues anzufangen und etwas ungeliebtes hinter mir zu lassen, habe ich all die Tücken solcher Sprunghaftigkeit erfolgreich vergessen. Oh man.
Was macht ihr, wenn euch die Realität mal wieder voll erwischt? Wenn ihr merkt, dass eure Träumereien ein bisschen fehl am Platz sind, wenn sie euch daran hindern weiter zu kommen? Wenn ihr auf einmal an Entscheidungen zweifelt?
Oder bin ich die Einzige, der das passiert?
Habt ihr euch noch nie vor eurem eigenen Mut erschreckt?
Ziemlich sicher werde ich meinen Platz früher oder später finden. Meine Welt wird nicht untergehen und wir werden weder verhungern noch obdachlos sein. Aber bis dahin muss ich mich vielleicht ein klein wenig zusammen reißen und das Tagträumen sein lassen. Die kleinen Träumchen und Illusionen fahren lassen für das große Granze, sozusagen.
Jetzt brauche ich aber erstmal Schokolade und einen guten Film, bevor ich mich wieder aufsammel und weitermache. Mit Courage. xoxo. Ellie

4 Gedanken zu “Courage.

  1. Hej Ellie,
    ich kann deine Gefühle total gut nachvollziehen. Ich bin der Mensch, dem oft die Courage fehlt, Dinge durch zu ziehen und wenn ich es dann doch mal mache, dann ist es im Nachhinein betrachtet stets gut gewesen, aber ich zweifle oft sehr in solchen Situationen. Derzeit fehlt mir mal wieder der Mut…
    Hoffe, du hattest einen guten letzten Tag und ich wünsch dir ein schönes Wochenende!

    • Danke dir! Ich hoffe, du findest den Mut den brauchst, denn so einen Schritt zu tun ist nicht nur ein wenig beängstigend, sondern auch sehr befreiend und, ich kann es nicht anders sagen, ermutigend. Mein letzter Arbeitstag im ‚alten‘ Job ist nun rum und ich kann sagen, die Freude auf was Neues ist größer als die Angst, dass das nix wird. Trau dich! Mehr als schief gehen kann es nicht 😉
      Schönes Wochenende, Ellie

  2. Ist schwierig. Ich werde dann oft immer langsamer, unentschlossener, prokrastiniere viel. Irgendwann baut sich das dann auf und ich heule los. Und dann ist der Stresslevel (Tränen schwemmen ja Stresshormone aus) wieder so niedrig, dass man geradeaus denken kann.
    Was hilft:
    – ausatmen nicht vergessen
    – sich zwei oder drei Lebensprios (bei mir: mein Freund, Lehrer sein und kreativ sein) suchen und um die herum bauen

    Im Endeffekt hilft es auch, wenn man sich bewusst macht, dass es nicht den einen Lebensentwurf gibt, der dich glücklich machen wird. Es gibt davon 20 oder 50 oder auch 113. Einige gehen einfach nicht, aber viele haben Glückspotential. Also sind manche Wahlen auch einfach scheißegal. Ob Rock oder Kleid, egal. Ob orange oder blaue Haare, macht beides glücklich. Welches Mensaessen, welcher Studienort, welcher der 7 vielleicht interessanten Jobs. Wichtig ist nicht die Entscheidung, sondern dann an dieser Entscheidung festzuhalten. Und Leute zu haben, die einen im schlimmsten Fall auffangen.

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