Glück in der Liebe, Pech beim Einrichten.

Ein Stapel Bücher über Wohndeko und Architektur

Seit ziemlich genau 5 Jahren wohne ich nun mit einem Mann zusammen, der mir bei vielen Dingen aus tiefster Seele spricht. Nur bei einem Thema könnten wir verschiedenerer Meinung nicht sein: Unsere Wohnung.

Er geht das ganze Konzept „Wohnen“ sehr männlich-praktisch an, während ich vorallem eines will: Es schön haben.
Meinen Jahresurlaub könnte ich in der SB-Abteilung des Dortmunder IKEA verbringen. Meinem Mann hingegen geht es völlig ab, mehr Zeit und Geld als unbedingt nötig in unsere Einrichtung zu investieren.

Nun konnte ich kürzlich nicht nur durchsetzen, dass wir sein altes, unförmiges und von Brandlöchern verschandeltes Junggesellen-Schlafsofa durch etwas Neues ersetzen. Ich konnte obendrein sogar noch ein Pseudo-Arbeitszimmer für mich herausschlagen.
Pseudo ist dieses Arbeitszimmer zum einen, weil es im Grunde nichts anderes sein wird als eine Ecke unseres Wohnzimmers, die durch ein Regal vom Rest des Raumes getrennt wird. (Zum anderen bezweifelt mein Mann immer wieder gern, dass ich überhaupt soetwas wie „arbeite“. Er arbeitet quasi andauernd, weshalb ich ihm diese Aussage nachsehe. Ich arbeite nämlich tatsächlich vorallem dann, wenn es sich nicht vermeiden lässt.)

So. Ich kriege also ein eigenes „Zimmer“, wenn wir die Regal-getrennte-Wohnzimmer-Ecke jetzt einfach mal so nennen wollen. Kaum war das geklärt war ich rubbeldiekatz im Internet und durchforstete diverse Onlineshops wie etwa Debenhams nach lebenswichtigen Einrichtungsgegenständen für mein Zimmer.

Kissen und Kerze in einer Teetasse aus dem Debenhams Onlineshop

Bilder via debenhams.de

Lies: Ich stromerte stundenlang zwischen virtueller Wohndeko umher. Kissen und Kerzen und Vasen und so. Solche Kleinigkeiten sind nämlich un-fass-bar wichtig wenn man sich einrichtet. Ehrlich.

Da ich diesmal beim Einrichten keine Rücksicht auf einen, sagen wir mal: schlichteren Geschmack nehmen muss, kann ich voll zulangen, was Blümchen und Rüschen und Schleifchen und Rosa und Pink angeht.
All meinen weiblichen Einrichtungs-Bedürfnisse sind nun endlich keine Grenzen mehr gesetzt und nach einem Leben zwischen lauter Wohn-Kompromissen entladen sich nun alle meine „Das ist doch süß/toll/lustig/irre“-Geschmackseskapaden auf einen Haufen.
So ist dann ach sichergestellt, dass ich in meinem Arbeitszimmer meine Ruhe habe, denn ausser mir wird es dort wahrscheinlich niemand lange aushalten. Ausser Marie Antoinette vielleicht. Oder Nicki Minaj.

Der Rest des Wohnzimmers wird natürlich Ehemann-tauglich. Schwarz und weiß und Bandposter. Einen Sitzsack und Lavalampen, die Spielekonsolen allzeit bereit, ganz wie es sich für ein vernünftiges Männerzimmer gehört.
Und wenn mir das alles zu langweilig wird, dann geh ich einmal ums Regal: Da wartet meine Mädchenwelt schon auf mich. ❤

Wohnt ihr auch mit Einrichtungs-Geschmacksgrätschen wie meinem Mann (oder, jaja ich sehs ein: mir) zusammen? Und wie kommt ihr damit zurecht, ohne euch ganz in eine Gedankenwelt aus ‚Schöner Wohnen‘-Schnipseln zu flüchten?

Die B-Frage.

Zwei Schatten auf dem Weg

Wenn man kurz davor ist, die Altersangabe „Mitte Zwanzig“ hinter sich zu lassen, und sich noch dazu in einer aussichtsreichen Beziehung befindet, schlimmsten Falls sogar verheiratet ist, dann lauert sie hinter jeder Ecke:
Die B-Frage. B wie Baby. B wie Baby, Schwangerschaft, Nachwuchs, Kinder. (In der B-Frage ist das Alphabet vollkommen uninteressant. Ebenso wie die ständigen Beteuerungen, dass man wirklich noch keinen Nachwuchs will.)

Bei Telefonaten mit meiner Tante wurde das unverfängliche „Wie geht es dir?“ längst durch ein forsches „Und? Muss ich schon mit dem Häkeln anfangen?“ abgelöst. Und zum Abschied gibt es kein „Mach’s gut“ mehr, da höre ich bloß noch die bange Aufforderung „Ihr sagt aber Bescheid, wenns soweit ist!“.

Bei Bekannten und Freunden geht man auch nicht sensibler mit dem Thema Nachwuchs um.
Regelmäßig werden mein Mann und ich darauf hingewiesen, dass wir „als nächstes dran“ wären. Bei Partys und Kneipenabenden fühle ich mich schier genötigt gleich zu Beginn einen Schnaps runter zu kippen, damit ich mir danach eine Apfelschorle bestellen kann ohne, dass mir sofort eine Schwangerschaft unterstellt wird.
Letzte Woche traf ich zufällig einen alten Bekannten, der sobald er erfahren hatte, dass ich verheiratet bin, nichts besseres zu fragen hatte als „Wieviele Kinder?“.

Ja, ich bin glücklich verheiratet und im gebärfähigen Alter. Aber ich habe auch zwei gesunde Beine und besitze Laufschuhe. Deswegen kommt keiner auf die Idee zu fragen, wann ich denn meinen ersten Marathon laufe.

Vielleicht möchte ich ja überhaupt nie Kinder haben, oder ich kann einfach keine bekommen. Vielleicht versuche ich schon seit geraumer Zeit verzweifelt schwanger zu werden. Oder vielleicht steht dieser Teil der Familienplanung für uns bisher einfach noch nicht auf dem Programm, weil wir uns vorher finanziell absichern wollen oder erst noch andere Pläne verwirklichen wollen.
Es hat seine guten Gründe, dass ich das Thema ‚Nachwuchs‘ nicht aufs Tapet bringe: Ich möchte einfach nicht darüber reden. Oder auch: Es interessiert mich grade überhaupt nicht.
Diese ständige Nachbohrerei ist genauso unangebracht bis lästig wie Mütter, die, ist der Nachwuchs dann mal unterwegs, kein anderes Thema mehr kennen.
(Ich werde mich also spätestens dann mit unaufhörlichem Baby-Geplapper für die ganze Fragerei genüsslich rächen…)

Also liebe Neugiersnasen, lasst die B-Frage in Zukunft im Schrank. Ihr werdet schon erfahren, wenn es soweit ist. Und bis dahin habe ich noch genug andere Themen über dir wir gerne reden können.

Happy Dankeschön!

pinke Pfingstrosen

In den USA wird heute Thanks Giving gefeiert. Während Halloween es schon in unsere Breitengrade geschafft hat, lässt Thanks Giving leider noch auf sich warten. Ich finde, es kann fast garnicht genug Feiertage geben, an denen man mit Familie und Freunden zusammen kommt und einfach mal ‚Danke‘ sagt.
Entgegen meines Vorsatzes gibt es bei uns heute keinen Truthahn und auch kein anderweitiges Festessen.
Ich nutze aber die Gelegenheit um einfach einmal frei in die Runde zu sagen, wofür ich dankbar bin. Ihr dürft euch gerne anschließen.

Ich bin heute dankbar für…

… meine Familie, die vielleicht nicht perfekt ist, aber genau richtig für mich.

… meinen Mann, der besser nicht sein könnte.

… alte Freunde, auf die ich immer zählen kann.

… pinken Glitzernagellack, der alles irgendwie toller macht.

… Schoko-Zimt-Mandeln.

… warme Füße.

… unsere Wohnung, die absolut nicht perfekt ist, in der wir uns aber zuhause fühlen können.

… Musik.

… meine Gesundheit.

… das Internet, ein Ort an dem man so tolle Leute wie Euch findet ❤

Wer das liest ist doof! Oder zumindest selber Schuld.

Im Kielwasser einer heftigen Diskussion um angemessenes Onlineverhalten kam mir dieser Artikel unter die Nase.
Aussage: Von Medienkompetenz zeugt nicht, zu wissen, was und wie man im Internet von sich gibt, sondern zu wissen was man im Internet liest. Und wie.
Öhmm… ja.
NEIN! Wenn sich einer hinstellt und riesig viel Mist erzählt, dann kann der Fehler an der Sache doch nicht bloß sein, dass das einer liest. Und wenn sich dieser jemand mit seinem Misthaufen auch noch in die Öffentlichkeit stellt, dann muss er auch damit rechnen, dass andere Laute das nicht so toll finden. Wer im vollbesetzten Zug in sein Handy brüllt macht sich auch eher keine Freunde.
Natürlich gehört zu so etwas wie Medienkompetenz auch, dass man seine Quellen filtert, weiß wie man das Gesagte jeweils einzuschätzen hat. Aber Kompetenz muss doch schon in dem Moment anfangen, wo ich den Mund aufmache. Letztendlich ist doch niemand anderes für meine Aussagen und die Art und Weise der Äußerung verantwortlich als ich selbst.
Wenn ich nackich übern Marktplatz renne, dann muss ich damit rechnen, dass die Leute schimpfen. Das Internet ist größer als unser Marktplatz und so mancher Seelenstriptease bei Twitter sehr viel peinlicher als ein blanker Schniedelwutz.
Und für alle Nudisten gibt es auch im Internet geschützte Räume, in denen man in aller Ruhe alle Hüllen fallen lassen kann. Oder man ist anonym, denn auch das ist im Internet ja glücklicherweise möglich. Aber so oder so muss man damit rechnen, wenn man hier Dinge in die öffentliche Online-Welt posaunt, dann kommt da vielleicht auch ein Echo.
Das heißt nicht, dass man Selbstzensur bis zum bitteren Ende betreiben soll, ganz und garnicht. Natürlich soll man seine Meinung sagen, wenn man das möchte. Und wer Livetweets vom Klo senden will und noch ein nettes intsagram-Bildchen vom erledigten Geschäft anhängt, bitte. Auch dafür gibt es sicher ein Publikum (wenn auch ein kleines, wie ich verzweifelt glauben mag).
Wer wie womit recht hat und ab wann wieviel zuviel wird, darüber lässt sich dann vortrefflich streiten. Dann kann man dann seinen Standpunkt verteidigen und stolz auf seinem riesigen Misthaufen stehen. Oder man erkennt, dass anders vielleicht doch besser ist. Jeder ganz nach seiner Fasson. Aber man kann sich doch nicht hinstellen und sagen: „ Ja, was ich hier rede ist ziemlicher Stuss, aber du bist ja noch viel dümmer, weil du das überhaupt liest. Bist du zu inkompetent, einen Filter zu benutzen?“.
Und wenn ich mir schon die Kompetenz angeeignet habe, die Informationen aus dem Internet zu filtern, dann ist es doch um so ärgerlicher, wenn einer, dessen Meinung mich grundsätzlich interessiert, sich selbst vor lauter Spam ganz und gar unleserlich macht. Da hat ja dann garkeiner mehr was von, oder? Filtern als letzte Bastion, als Notwehr der Online-Kommunikation ist doch für beide Seiten eher unschön. Wer will den schon die eigenen Ideen und Gedanken auf einer Stufe mit penetranter Werbung für Viagra und Penis-Vergrößerung sehen?

Um es kurz zu sagen: Dumm ist immernoch der, der Dummes tut. Und nicht der, der die Dummheit als solche erkennt und beim Namen nennt.

Sechsundfuckinzwanzig.

Bunter Wildblumen-Strauss

Letzte Woche bin ich sechsundzwanzig geworden. Davon musste ich mich erstmal ein paar Tage erholen.
Nein, nein, mit dem Älterwerden habe ich bisher keine Probleme, auch wenn ich den Dreißigern jetzt doch deutlich näher bin als meinen Teenager-Jahren. Aber ich bin nun mal auch nicht mehr die Jüngste.
Um ehrlich zu sein, bin ich das nie gewesen.
Als ich sechs war sagte mein Papa, ich würde reden wie eine Sechzigjährige. Meine wilde Party-Zeit war kurz und auch eher nur so mittelheftig.
Ich mag es schon immer gemütlich, einen heißen Tee und ein Deckchen über die Knie. Die Feste, die ich gebe, arten grundsätzlich höchstens in bequeme Fressorgien aus, die spätestens um zehn rum sind, damit man zeitig ins Bett kommt. Wenn wir ganz wild drauf sind, gucken wir spät nachts noch einen Film. Bis eins. Mit der Kuscheldecke auf dem Sofa.
Gehe ich mal aus, gehe ich essen. Oder ins Kino. Vielleicht mal ein Bierchen trinken. Eins! Ich gehe nicht in die Disco, ich gehe auf Konzerte, nie auf die Aftershowparty.
Ich bin gerne zuhause, gerne auf dem Sofa, gerne im Bett. Wenn ich Bewegung will gehe ich Spazieren, manchmal wandern, längst nicht mehr zum Skaten.
Und in letzter Zeit stelle ich fest, dass ich noch viel ältlicher werde. Ich fange an, Käse zu mögen. Ich backe Apfelkuchen und habe den festen Vorsatz, Weihnachten einen Braten, wenigstens aber einen Schinken auf den Tisch zu zaubern. Ich finde gedeckte Farben langsam besser als Neon und habe mich letztens dabei ertappt, wie ich schöne Sachen bei H&M nicht gekauft habe, weil mir die Qualität zu schlecht war.
Wenn es nach mir ginge, dann könnte ich gerne jetzt schon in Rente gehen und den ganzen Tag Häkeln, Kekse backen und mit den Enkeln spielen. Nix da, ewige Jugend! Ich will alt werden, und zwar so richtig!
Jetzt bin ich aber erstmal sechsundzwanzig. Und was ich noch so vorhabe auf dem Weg zur Siebenundzwanzig, das erzähle ich Euch beim nächsten Mal.
Es klappert mit dem Gebiss, Ellen

P.S.: Ich mag zwar alt sein, aber ich habe keineswegs vergessen, dass ich Euch Geschenke versprochen habe! Und weil ich grade so gute Laune habe bekommen alle, die mitgemacht haben, eine kleine Überraschung von mir. Jaja, so bin ich zu Euch…
Also: Heidi, Tina, Juli, ideenkind, Michaela, AJH und CupcakeQueen, aufegpasst! Schickt mir eine Mail mit eurer Adresse und gebt mir ein wenig Zeit (zum einen wegen alt und so, zum anderen gibt’s nix von der Stange) dann könnt ihr Euch demnächst über Post freuen!

Soviel Zeit muss sein.

Riesenrad auf dem Essener Weihnachtsmarkt

Beim Im-Internet-Rumdödeln bin ich eben auf Kaelah’s Little List of Gratitude gestoßen und fühlte mich ertappt. Wann habe ich das letzte Mal so wirklich gesagt, wie dankbar ich bin? Ich verbringe viel Zeit mit schimpfen und moppern, mit wünschen und träumen. Dabei weiß ich das, was ich habe sehr zu schätzen und bin für vieles zutiefst dankbar. Aber wann nimmt man sich schonmal die Zeit, so richtig ‚Danke‘ zu sagen für die ganz alltäglichen Dinge? Den Menschen für das zu danken was sie eben so tun?
Genau. Das macht man viel zu selten. Ich finde, dass da Veränderung Not tut und darum hier ein kleiner Anfang für mehr offene Danksagung: Meine kleine Liste der Dankbarkeit. In zufälliger Reihenfolge.

– Ich bin dankbar für meine Gesundheit. Und für die meiner Familie.

– Meinem Mann bin ich für seine Geduld dankbar, für seine Fähigkeit mich selbst an den schlimmsten Tagen zum Lachen zu bringen, für seine Ehrlichkeit und für den Mut, den er mir macht. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihn habe.

– Als uns die Tapete auf den Kopf fiel und den geplanten Besuch meiner Mama durchschlug, bei dem wir Natur und Kultur im Ruhrpott erkunden wollten, hat sie sich von dem Chaos nicht abschrecken lassen und ist trotzdem gekommen, hat den Besen in die Hand genommen und schließlich sogar die Fenster geputzt. Für sowas kann man nicht genug danken.

– Ich bin dankbar dafür, dass ich so gut lebe, wie ich es nunmal tue. Wir sind nicht reich, aber haben ein Dach über dem Kopf, immer was gutes zu Essen auf dem Tisch (keine Kommentare über meine zweifelhaften Kochkünste bitte!)und auch sonst haben wir alles, was wir brauchen. Oft sogar mehr als das.

– Pommes. Ja, ich danke dem lieben Gott oder wem auch immer für Pommes. Ich bin ein kleines Pommesgrab und wenn nix mehr geht – Pommes.

– Heute war ich mit der unglaublichen Heidi Kaffe trinken und bin riesig dankbar, dass ich sie über’s Bloggen kennen gelernt habe. Genau wie die fabelhafte Juli. Mit Mädels wie denen vergisst man die Zeit.

– Ich bin dankbar für alte Freunde, die auch nach meinen ganzen Jahren fern der alten Heimat noch an mich denken.

– Danke für Schokotorte. Das brauche ich wohl nicht zu erklären.

– Ich bin dankbar, in einem Land zu leben in dem ich einfach frei Schnauze bloggen kann und meine Meinung sagen darf.

Und ich danke Euch. Weil Ihr Euch die Zeit nehmt meine fünf bis zehn Zeilen hier zu lesen und weil ihr so toll kommentiert.
DANKE. Soviel Zeit muss sein.

Renovieren. Oder: Die Liebe überwindet alles.

Während ich auf dem Sofa kauere und diese Zeilen tippen sollte ich eigentlich die Massen an Kram aus unserem Wohnzimmer räumen, die sich in den Regalen und Ecken stapeln.
Denn:
Wir renovieren.

Lack zum renovieren.

„Wieso sollte man soetwas denn tun?!“ wird jetzt der ein oder andere Klugscheisser fragen.
Ich fürchte, da spricht der aktuelle Zustand unserer Wohnung für sich selbst. Die Jahre mit verfluchtem Indianerfriedhof unter einem Dach haben ihre Spuren hinterlassen. Löcher in den Wänden, Wasserflecken, Stromkabelgedöns auf der Wand, kaputte Tapete, vergilbter Anstrich, olle Möbel…
Also renovieren. Ich meine, man gönnt sich ja sonst nix!
Wir haben uns also für viel Geld im Baumarkt unseres Vertrauens umme Ecke, weil wir ham ja kein Auto, mit Farbe und Pinseln und Folie und Abstreichgitter und Rolle und Teleskopstange und Lack und Kreppklebebenad eingedeckt. Und schon beim nach hause schleppen keinen Bock mehr gehabt.
Zuverlässiger als jeder Urlaub ist so eine Renovierung ein perfider Test für Paare und solche, die es werden wollen. Zwischen Pannen und Potenzgerangel fällt da selbst bei gefestigten Ehen schnell schonmal was in Richtung „Scheidung“.
Grundsätzlich wollen wir beim Streichen an der jeweils anderen Zimmerseite anfange. Ich räume unser Hab und Gut grundsätzlich dahin, wo es Ihm im Weg steht. Er macht sowieso alles verkehrt. Beim Lackieren ist er viel zu ungeduldig. Ich arbeite an zehn Fronten gleichzeitig und mache nichts so richtig richtig. Ich bin langsam, er wird grantig, ich bin beleidigt. Die Wand wird streifig und wir sind mehr damit beschäftigt einander die Schuld daran zu geben, als das Malheur zu beseitigen.
Doch irgendwann ist jede Wand gestrichen und jedes Regal lackiert. Mit den Farbresten aus den Pinseln wird auch die schlechte Laune den Abfluss runter gespült, spätestens nachdem die Möbel wieder an ihre Plätze gerückt wurden haben sich alle wieder lieb.
Arm in Arm betrachtet man schließlich das vollendete Werk, der Mühen Lohn. Und alles ist gut.

Um möglichst schnell zu dem „und alles ist gut“ Teil zu kommen sollte ich jetzt mal anfangen, das Wohnzimmer auszuräumen. Hätten wir nur nicht so furchtbar viele Bücher… Aber das ist eine andere Geschichte.
Ellen

Sick, sick, sick.

Tasse Tee und Buch von Edgar Allan Poe

Ich kann euch sagen, diese französischen Bazillen sind übel.
Pünktlich zum Sommeranfang liege ich mit einer dicken Erkältung im Bett. Auf die Gefahr hin nun digital gesteinigt zu werden wage ich es zu sagen, dass ich über das aktuelle Mistwetter garnicht so traurig bin. Bei strahlendem Sonnenschein wäre ich jetzt nicht nur fies krank, sondern auch wahnsinnig angepisst. Wenn der Sommer dann endlich mal da ist will ich ja schliesslich nix verpassen!!!
So mache ich es mir so gemütlich es eben geht mit meiner Rotznase und gemeinem Dauerhusten. Bei den unsommerlichen Temperaturen schmeckt der Tee noch ohne Eis und dank ausreichend Lesestoff wird’s auch nicht allzu langweilig. Neu in meinem Bücherregal ist übrigens eine wunderschön illustrierte Ausgabe von Kurzgeschichten des unvergleichlichen Edgar Allan Poe (erschienen bei der Büchergilde).

Konzertkarten Crowbar, Eyehategod, Weedeater, Electric Wizzard

Neben ‚ner ganzen Menge vollgerotzter Taschentücher gab es übrigens noch einen Großeinkauf beim Ticket-Dealer unseres Vertrauens.
In den nächsten Wochen geht es also nicht nur zu Eyehategod und Crowbar, sondern auch zu Electric Wizzard und Weedeater. Yay!
Bis dahin muss ich jetzt nur noch fit werden.
Ich mach mir dann mal wieder nen Tee…Ellen

Verdruss.

Boah, watt ne Woche.
Dank Feiertag schön kurz, dafür aber umso heftiger.
Mittwoch war ein übelster Misttag. Arbeits-E-mail kaputt. Jede Bahn in der ich saß hatte dicke Verspätung. Stressige Mittagspause. Saulangweilige Vorlesung. Beim Aikido das linke Knie am dicken Zeh der Freundin verdötscht. Den Flammkuchen verbrennen lassen (Das Beweisfoto gab’s bei Instagram. lucretiamacevil heiß ich da).
Da machte sich Verdruss breit.
Der Donnerstag war unaufällig bis lahm. Der Freitag fing mit Ohne-Jacke-raus-Wetter super an. Dann musste ich zur Uni.
Wann ist aus ‚Universität‘ eigentlich ‚Grundschule‘ geworden? Dass ein Erziehungswissenschafts-Studium ein wenig heiti-teiti ist, war mir klar. Aber endlose Gruppenarbeit? Hausaufgaben? Ein Dozentin, die rumgeht und kontrolliert, ob man auch alles richtig macht? Uff. Verdruss, Verdruss, Verdruss.
Gestern bin ich dann ausser zum Joggen zu garnichts gekommen. Matsch-Tag.
Dafür habe ich dann heute, am heiligen Sonntag, noch 3 Stunden arbeiten dürfen. Der geplante Kino-Besuch heute Abend fällt nach einem Blick auf die Preise ins Wasser. 10,50 Euronen Eintritt pro Nase? Näh. Da müssen die Avengers noch bis zum Kino-Dienstag auf uns warten. Da ist für nen Zehner neben Eintritt auch noch Popcorn drin.
Nun will ich meinen Kleider-Kreisel-Kleiderschrank auffüllen und die Seite hängt. Verdruss.
Ein Lichtblick ist das geplante Blogowski-Treffen nächsten Freitag. Blogowski? Das ist eine spontane Anhäufung Ruhrpottscher-Blog-Damen, initiiert durch die berühmt-berüchtigte Juli von HeimatPOTTential.
Ihr bloggt auch und sitzt mit eurem Pobbes im Ruhrpott? Dann gebt Laut!
Es grüßt verdrießlich und hoffnungsvoll auf die neue Woche blickend
Mecker-Ellen

Tabula Rasa.

Alles raus. Alles neu.
Alles abreißen und von vorne anfangen. Alte Zöpfe abschneiden. Tüchtig abstauben und ordentlich durchlüften.
Alles raus. Alles neu.
Wenn das mal so einfach wäre.

Schwupps. Da war ich mal kurz etwas länger von der Bildfläche verschwunden. Uni hat angefangen, Arbeit läuft auch.
Aber jetzt mal ganz ehrlich: daran lags garnicht.
Ich hatte das Internet einfach total über. Statt andauernd erreichbar und informiert zu sein, fand ich es ganz schön, ein bisschen meine Ruhe zu haben. Nicht immer reden, reden, reden. Sondern mal machen. Oder auch: mal nix machen.

Blauer Himmel

Rausgehen und das erste Frühlingswetter genießen. Mit echten Menschen, zum Anfassen. Nicht zum Klicken.

Fenster und Kerzen

Das eklige Mistwetter der letzten Zeit nicht blöd finden. Sondern mal gepflegt rumgammeln. Filme gucken. Musik hören. Beim Plattendealer auf dem Flohmarkt Regenrabatt abstauben.

Und jetzt bin ich wieder da. Mit neuen Ideen und neuer Lust am Bloggen und Netzwerken und überhaupt.
Mit der Lust auf Neues. Einmal tabula rasa.
Ich will alles abreissen. Alles rausschmeissen. Besitz belastet, sagt meine Mama immer. Und: Alles neu macht der Mai.
Also macht euch drauf gefasst, dass es hier langsam, ganz langsam aber sicher wieder losgeht. Und dass sich vielleicht, ganz vielleicht einiges ändern wird.
Ich freu mich drauf. Ellie