Eine Studie in Gelb. Oder: Oh, du tristes Ruhrgebiet!

Bäume am Wegrand in Herbstlaub

Wenn der Herbst sich dann von seiner goldenen Seite zeigt gibt es eigentlich nur noch eins zu tun: Nix wie raus!
Von meinem Herbstspaziergang durch Bochum Grumme habe ich dann direkt ein paar Bilder mitgebracht, die die in weiten Teilen Deutschlands gerne und häufig zitierte Theorie „Im Ruhrgebiet ist es grau und trist und hässlich“ Lügen strafen.
So, guckt Ihr jetzt alle mal schön her, Ihr Banausen von ausserhalb:

Gelbes Herbstlaub bedeckt den Boden

Gelbes Herbstlaub im Wasser

Bäume am Wasser

Gelber Baum vor blauem Himmel

So. Hier ist das nämlich garnicht grau, sondern gelb. Hätten wir das auch ein für allemal geklärt. xxx

Hui, Spinne!

An jedem dritten Samstag ist vor dem Bochumer Rathaus Flohmarkt. So ein richtiger, mit Leuten die ihren alten Kram los werden wollen. Und nicht so einer, wo es an jeder Ecke nur Zeug gibt, das von LKWs gefallen ist.
Meine Mühlen malen langsam, weshalb ich euch mit einer satten Woche Verspätung heute meine Fundstücke unter die Nase reibe. Vorsicht: Arachnophobiker lesen besser ein anderes Mal weiter.

Aber zunächst ein Klassiker, der uns bei jedem guten Flohmarkt mit nach hause kommt:

Schallplatten von Ozzy Osbourne und Metallica

Schallplatten, diesmal von Ozzy Osbourne und Metallica.

Eigentlich suche ich auf Flohmärkten selten nach etwas ganz bestimmten, aber letzte Woche hatte ich mir in den Kopf gesetzt, unbedingt einen Setzkasten zu brauchen. Und ich wurde fündig:

Setzkasten mit Krims-Krams

Mein mit viel Liebe zusammengetragener Krims-Krams hat nun endlich ein Heim. Den Setzkasten will ich bei Gelegenheit noch dunkel lasieren. Oder kennt einer von euch noch eine andere Möglichkeit, Holz dunkler zu färben? Und wie sagt ihr überhaupt zu einem Setzkasten? Jedem, dem ich hier im Ruhrpott davon bisher erzählte, war das überhaupt kein Begriff, höchstens als Werkzeug zum Drucken. Im Rheinland hingegen, zumindest bei uns zuhause, wusste jeder, was ich meine.

Kommen wir nun zur Hauptattraktion, meinem neuen Lieblingsstück in unserer Wohnung:

Kreuzspinne Lehrmittel Poster

Ein Kreuzspinnen-Lehrmittel-Poster. Ich mein, wie geil ist das bitte?! Ich hab es über den halben Flohmarkt hinweg erspäht und musste es einfach haben. Ich war schon lange auf der Suche nach so einem Schulposter oder einer alten Landkarte. Jetzt habe ich eins, in schwarz, mit Spinne drauf. Perfekt.
(Nein, ich halte keine Vogelspinnen als Haustier und nein, ich möchte das auch nicht. Spinnen sind ein bisschen gruselig und genau deshalb mag ich das Bild so gerne.)

Hier die fertige Wohnzimmerwand inklusive Herbstdeko und selbstgepanschten Rorschachkunstwerken:

Wanddeko mit Spinnenbild, Rorschach, Blättern und Setzkasten

So. Ich freu mich schon auf den nächsten Flohmarkt. Und wenn einer von euch auch da sein sollte, dann zögert nicht, wie wild mit den Armen zu rudern und mir ein lautstarkes „Hallo!“ entgegen zu rufen. Ok?

„Aber ich KANN DOCH GARNICHT TAPEZIEREN!?!“ oder: Tapetenjenga.

Renovieren wollten wir. Streichen, schlichtes Weiß, ein paar neue Möbel, alles ein wenig auffrischen.
Streichen.Ja. In den ersten beiden Zimmern ging alles gut. Im Wohnzimmer passierte dann DAS:

Die Tapete ist von der Wand gefallen.

Wir hatten brav alle Ecken vorgestrichen und kaum mit der Decke angefangen, als uns selbige entgegen kam. Am Stück schälten sich direkt mehrere Tapetenbahnen von der Wand, die alten Farbschichten flogen in dicken Platten durch die Gegend. Es offenbarten sich abenteuerlich geschichtete Lagen aus verschiedenen Tapeten, Farbe, Putz, Lack und alten Zeitungen. Letztere stammten aus dem Jahr 1971, als das Publikum über einen Elfmeter für den MSV empört war und der VfL Bochum gegen Düsseldorf verlor.

alte WAZ

1971!! 1971 wurde hier das letzte Mal ordentlich renoviert. Das würde dann erklären, warum unsere Tapeten plötzlich auf dem Boden lagen, anstatt wie normale Tapeten an Wand und Decke zu hängen. Nach 41 Jahren sind also wir die armen Säcke, die beim Tapetenjenga verlieren. Und zwar haushoch. Oder besser Raum-hoch.
Die Tapeten lagen also am Boden. Und ich? Ich kauerte derweil schon verzweifelt in der Ecke, den Tränen nah Rotz und Wasser heulend, „Aber ich kann doch garnicht tapezieren!“ skandierend.
Anstatt mich zu erwürgen ergooglete sich mein vorbildlicher Ehemann ein solides ausreichendes Tapezier-Grundwissen, packte mich am Pattschehändchen und machte mit mir einen Großeinkauf in der Tapezierabteilung im örtlichen Baumarkt. Viel Tapete mussten wir nicht mehr von den Wänden kratzen. Aber mit Grundierung, Tapezieren, Streichen, ordentlichen Trockenzeiten und jede Menge Chaos drumherum hat uns die Wohnzimmer-Renovierung sehr viel Zeit, Geld und Nerven gekostet.
Doch nun, nach einer ganzen Woche Fast-Food und zu vielen ‚morgen höre ich wieder auf‘-Zigaretten, sind meine Nägel runiniert, meine Wonzimmerwände weiß und wir um einige Erfahrungen reicher.
Demnächst werde ich mich an unseren Flur wagen. Streichen. Und wenn da die Tapeten von der Wand fallen, nagel ich sie einfach fest. Denn Tapezieren ist ein Blödmann und ich will nix mehr damit zu tun haben!
Jetzt guck ich aber erstmal noch ein wenig mein Wohnzimmer an. Stolz.

When your Heart beats next to mine.

Gestern hatte ich keinen besonders guten Tag und war schon mächtig stolz, nachdem ich mich am späten Nachmittag erst unter die Dusche geschleift und dann tatsächlich angezogen habe. Manchmal hat man einfach solche Tage, oder? ODER?!
Zu meinem großen Glück habe ich einen richtig tollen Mann, der dafür sorgt, dass auch die schlimmsten Tage einen schönen Abend haben.
Gewaschen und angemessen bekleidet hat ebenjener Mann mich gestern Abend mit vor die Tür genommen, Marschrichtung Jahrhunderthalle Bochum/ Westpark.

Installation Pulse Park von Rafael Lozano-Hemmer im Westpark an der Jahrhunderthalle in Bochum.

Da gibt es im Rahmen der Ruhrtriennale noch bis zum 16. September die interaktive Licht-Installation Pulse Park des mexikanisch-kanadischen Künstlers Rafael Lozano-Hemmer zu sehen. Laut Beschreibung werden die Lichter vom Herzschlag der Passanten gesteuert und tatsächlich pulsiert das ganze richtig schön. Nach längerer Betrachtung kommt uns allerdings der leise Verdacht, dass das ganze vorprogammiert und weniger interaktiv ist. Irgendwie wiederholt sich das Geblinke nach einiger Zeit einfach. Oder wir liegen im Grunde Herzschlagmäßig alle auf einer Wellenlänge.

Installation Pulse Park von Rafael Lozano-Hemmer im Westpark an der Jahrhunderthalle in Bochum.

So oder so ist diese Installation sehr, sehr schön anzuschauen. Wer Pulse Park mit eigenen Augen sehen will, der kann das jeden Abend ab 21 Uhr tun. Und danach bitte ich um Meinungen zur Interaktivität.
Neben tiefsinniger Licht-Kunst hat der Bochumer Westpark eine riesen Portion Industrie-Romantik zu bieten, auch und besonders nach Einbruch der Dunkelheit.
Guckt ihr hier:

Architektur vor dunklen Wolken

Baum im Licht

Industrie Architektur an der Jahrhunderthalle in Bochum

Industrie Architektur an der Jahrhunderthalle in Bochum

Beinahe Vollmund über der Jahrhunderthalle in Bochum

Jahrhunderthalle Bochum

Kann was, oder?
Ich suche jetzt noch ein paar weitere aktuelle Ruhrpott Highlights raus. Nächste Woche bekomme ich hohen Besuch (Mutti <3), der watt sehen will für sein Geld. Habt ihr tolle Ideen? Immer raus damit! Glück auf, Ellen

Indianerfriedhof.

Wir, also mein Mann und ich, sind stolze Besitzer eines transportablen Indianerfriedhofes.
Wie sonst kann es sein, dass wir bisher ausschließlich in verfluchten Wohnungen gelebt haben?
Ganz klarer Fall von Indianerfriedhof. Die rastlosen Geister amerikanischer Ureinwohner ziehen mit uns von einem Ort zum anderen und verwandeln jede Traumwohnung aus bösartigen Rachegelüsten jedes Mal über kurz oder lang in eine Bruchbude.
Da wären bisher: Junkies und Schäferhund-große Ratten im Hinterhof, unerklärliche Brandlöcher im neuen Teppichboden, blanke Stromkabel-Enden hinterm Badezimmerspiegel und daraus resultieren ein wunderhübscher Funkenregen bei Kondenswasserbildung, ein sehr löchriges Dach (Und wir in der Dachgeschosswohnung. Natürlich.) mit anschließendem Monster-Schimmel-Befall, daran anschließend ein Gerichtsverfahren, ein Friteusenbrand (Kurz nach unserem Auszug, aber ich erkenne ein Muster!), verrottete Stromleitungen mit drohendem Kabelbrand, eine undichtes Klo-Rohr und letzte Woche schließlich, DAS:

Ein Wasserfleck auf der Badezimmerwand neben der Hauptwasserleitung.

Ein Wasserfleck. In unserem Badezimmer. Neben der Hauptwasserleitung.
Wir, mit unseren Handwerken mittlerweile schon per Du, natürlich sofort fachmännische Hilfe beordert. Bei der Handwerksfirma scheinen wir nach all den Wohnungstraumata nun unter „DIE schon wieder“ zu laufen und mussten trotz drohender Überflutung bis heute auf dein Einsatz von Super Mario warten. Unser Mario ist Deutsch-Türke und kein Italo-Amerikaner, hat keinen Schnurrbart und er heißt auch garnicht Mario. Aber sonst ist die Ähnlichkeit frappierend, ehrlich! Naja, Klempner ist er immerhin…
Und ebenjener hat nicht lange gefackelt und ZackBumm die Wand zerkloppt. Die Wand sieht jetzt ungefähr so aus:

Loch in Badezimmerwand.

Ein tolles, tolles Loch. Und in dem Loch ein Rohr. Und in dem Rohr? Genau! Ein Loch.
Ein Loch von einem Dübel, um genau zu sein. Inklusive Dübel. Und das Rohr? Nicht die Hauptwasserleitung der Wohnung, wie wir befürchteten, sondern die Abwasserleitung von der Wohnung über uns. Lecker. Das war also Abwasser an unserer Wand. Und nicht unser eigenes. Igitt.
Jetzt grade flext unser Mario-Verschnitt das Rohr aus der Wand um dann unlöchrigen Ersatz einzubauen. Und für nächste Woche hat er mir einen Kollegen versprochen, der kommt und das Loch in der Wand weg zaubert. NÄCHSTE WOCHE SCHON! Ich kann vor Freude kaum an mich halten.
Bis dahin werde ich mich jetzt noch ein bisschen über tote Indianer schlau machen. Wer von euch eine effektive Methode zur nachhaltigen Besänftigung indianischer Geister weiß, der möge mich bitte darüber in Kenntnis setzen. Und für alle Fälle suche ich mir bald einen Heimwerkerkurs. Mit einem Indianerfriedhof im Schlepptau sollte man auf alle Katastrophen vorbereitet sein.
Indianischer Tool-Time-Gruß an alle Klempner! Ellen.
(Bin ich eigentlich die einzige, die das Wort „Klempner“ lustig findet?)

Le French Connection – Hellfest 2012

Nun also doch schon ein zusammenfassender Rückblick auf DAS Festival des Sommers 2012.
Die analogen Bilder werden nachgereicht, wenn/falls sie dann mal entwickelt sind…

Doomriders @ Hellfest, France 2012

Das Wichtigste zuerst: Die Bands. Besonders gefreut hab ich mich schon seit Wochen auf Lynyrd Skynyrd und meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Es war einfach grandios. Bei „Simple Man“ gab’s ne dicke Gänsehaut, „Sweet Home Alabama“ ist einfach DIE Hymne und „Free Bird“…

It’s all fun and games until you hear FREE BIRD – Rob Zombie

Orange Goblin haben ordentlich Spaß gemacht, Guns N’Roses waren eher peinlich, Black Label Society haben verlässlich das gleiche gebracht wie die letzten Male, Mötley Crüe waren erschreckend langweilig und Ozzy war leider böse vergrippt.
Ganz viele Bands habe ich nur von weit weg oder im vorbeigehen mitbekommen. Es war einfach viel zu voll und zwischen die Massen drängeln find‘ ich eher ungeil.
Andererseits habe ich aber auch die eine oder Band aufgetan, die mir aus unerfindlichen Gründen bisher nicht wirklich bekannt war. Wie zum Beispiel Doomriders (Siehe Foto oben), YOB (sehr geil!), Pentagram (der Name hat mich bisher abgeschreckt, aber man, bin ich froh die mal live gesehen zu haben!), Hank III (habe ich leider nur kurz gesehen) und Disneyland after Dark (irre unterhaltsam :) ).

Feuer-Kunst @ Hellfest

Neben einem fantastischen Line-Up glänzt das Hellfest besonders durch abgefahrene Installationen eines bekannten französischen Küntlers, dessen Namen ich leider vergessen habe und grade nirgendwo finden kann. Überall auf dem Gelände finden sich martialisch anmutende Metall-Konstruktionen, die bei Nacht in Brand gesetzt werden. Das sieht verdammt gut aus und wäre in Deutschland sicherlich niemals gestattet.

Ellen beim Camping @ Hellfest 2012, France

Das Camping war…naja…Camping eben. Ich bin kein großer Fan davon und werde sicherlich auch nie einer sein. Ich mag meine Behausung stabil und wasserdicht, meine Nachbarn mehr als eine Armlänge entfernt von meinem ‚Bett‘ und mein Klo für mich alleine. Naja, Festival is kein Ponyhof. Da musste einfach durch.

Regen im Zelt @ Hellfest 2012, France

So toll das auf diesem Bild aussieht, Regen während eines Festivals ist nie wirklich schön. (Verrückte Schlammschlachten entstehen nur aus Verzweiflung, nie aus Freude über’s Wetter!)
Regen, wenn ich nur eine Zeltplane zwischen mir und den Naturgewalten habe? Ganze schlecht. Ich versuche zwar immer angestrengt, das Geplätscher romantisch zu finden, kann aber nie anders und suche das Zelt ununterbrochen nach undichten Stellen ab.

Bikerboots @ Hellfest 2012, France

Auf diesem Bild sind mindestens drei Dinge zu sehen, die auf einem Festival unverzichtbar sind:
1.) Derbe Boots, die vom dichten Festivalgetümmel über kniehohen Schlamm bis hin zum Dixiklo-Besuch alles mitmachen (Ein Festival ist ein denkbar ungeeigneter Ort für Sandalen…)
2.) Bier.
3.) Einen starken Mann, der das Zelt zum Campingplatz und dich abends zum Zelt trägt.

Captain America @ Hellfest 2012, France

Jaha, das auf dem Bild ist Captain America. Ausserdem trieben sich auf dem Hellfest noch mindestens eine große Kakerlake, Mario und Luigi, 27 Frauen in seltsamen Abendkleidern, eine lebende Mülltonne, 367 Männer in Tutus, Asterix und Obelix, Superman und 8 Wikinger herum. Mindestens.
Beim ersten kostümierten Vollhorst lacht man noch, aber der Superheld in Disguise hat vollkommen Recht wenn er feststellt:
Die Qualität eines Festivals sinkt mir der Anzahl der zur Schau getragenen Kostüme.
Schade.

Ob wir uns im nächsten Jahr wieder auf den langen Weg nach Frankreich machen ist also noch ungewiss. Während das Hellfest an sich ganz gut organisiert ist, jedes Jahr mit tollen neuen Ideen überrascht und bisher immer mit einem ausnehmend guten Billing punkten konnte, war es in diesem Jahr doch unangenehm voll und es sind uns überdurchschnittlich viele Vollidioten aufgefallen.
Kennt ihr gute, kleine Sludge/Doom/Stoner/Metal Festivals in Europa, die es sich zu besuchen lohnt? Erzählt mir davon!

Ich koch mir jetzt einen weiteren Tee, immernoch im Kampf mit diesen scheusslichen Bazillen, die ich mir aus Frankreich mitgebracht habe. Rocknrollundso, Ellen

Dog tired in the fast lane.

Ellen at Hellfest 2012

Zack, da ist mein Festival-Sommer auch schon wieder rum.
Ich bin frisch zurück vom Hellfest, die Nase sonnenverbrannt und eine kratzige Erkältung im Gepäck. Die letzten Tage habe ich auf einem großen Acker im Westen Frankreichs verbracht, mit Wind und Wetter gekämpft, mehr oder weniger geduldig die Franzosen ertragen und großartigen Bands gelauscht.
Lynyrd Skynyrd! Orange Goblin! Doomriders! YOB! D. A. D.! St. Vitus! Und noch so viele mehr. Groß-ar-tig.
Als Sahnehäubchen obendrauf gab es ein lang ersehntes Wiedersehen mit Freunden aus Kanada und die Erkenntnis, dass Kanadier wohl einfach die besseren Menschen sind. Besonders im Vergleich zu den Franzosen.
(Ich habe selber den einen oder anderen Franzosen in meiner Ahnengalerie, darum verbitte ich mir jegliche Vorwürfe, ich wäre grundlegend Franzosenfeindlich. Merke: Wenn es die Wahrheit ist, ist es keine Beleidigung.)
Ein ausführlicher Bericht folgt, sobald die Fotos entwickelt sind. Jaaahaaa, ich bin dem Trend zur analogen Kamera erlegen und habe mich beim dm mit der einen oder anderen Einwegkamera eingedeckt. Nun bin ich schwerstens auf das Ergebnis gespannt. Unsere Handy-/ Digitalkamerafotos sind eher nicht so fürchterlich prall.

broken acer netbook

Eine völlig andere, ungleich traurigere Geschichte ist die, in der ich 2 Computer zerstöre. Innerhalb von 24 Stunden. Es kann sogar gut sein, dass es eine mittelschwere Explosion gab.
Auf jeden Fall bin ich momentan technisch gesehen auf fremdes Gerät angewiesen, weshalb ich bis zum nächsten Gehaltsscheck einen triftigen Grund habe, online ne Ecke weniger präsent zu sein, als ich sollte.
Sobald ich computermäßig nachgerüstet habe, sollten diverse Pläne, die Herrschaft über das Internet zu erlangen, endlich in die Tat umgesetzt werden. Wenn ich dann noch einen arschkickenden Ersatz für meine pissels Digicam auftun kann, geht’s hier endgültig rum wie Schmitz‘ Katze.

Jetzt trink ich mir aber erstmal noch einen Tee um die französischen Bazillen in die Flucht zu schlagen.
Rocknrollundso, Ellen

Schweigen ist Gold.

Anstatt euch hier regelmäßig einen vom Pferd zu erzählen hab ich in der letzten Zeit das Bloggen mal wieder Bloggen sein lassen.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold und Computer auslassen ist Urlaub.
Also hab ich, nach einer besonders nervigen Uni-Arbeits-Rücken-Aua-Woche, meine Sachen gepackt und bin für ein extra-langes Pfingst-Wochenende zu meinen Eltern ins wunderschöne Vorgebirge gefahren.
Da passierte dann vorallem Folgendes:

Grüner Garten

In der Sonne liegen. Alle viere von mir gestreckt. Ein endloser Strom von Erdbeeren mit Vanille-Quark und Wassermelone passiert meine Futterluke. Und dazu ein gutes Buch oder zwei.

Bläck Föööß

Zwischendurch ein wenig op bläcke Fööss durch den wundervollen Garten meiner Mama gestreift. Bei Instagram finden sich ein paar Bilder von dem, was da so kreucht und fleucht. Guckt bei @lucretiamacevil :)

Dior Paradise Nagellack Neon Pink

Ein kurzer Abstecher nach Bonn sorgte nicht nur für Abwechslung, sondern auch für ein wenig Klamotten-Nachschub. Viel spannender als die zig neuen T-Shirts (T-Shirts gehen immer…) ist aber der „Das ist jetzt nicht euer Ernst“-teure Dior-Nagellack in Neon-Pink. Den hat Mama spendiert, weil ein bisschen auf den Putz hauen muss ja auch mal sein. Und der Lack ist Neon-Pink. NEONPINK!
Macht mir extrem gute Laune.

Alter Zoll in Bonn am Rhein

Wer in Bonn ist sollte unbedingt am Rhein vorbeischauen. Der Rhein ist überhaupt ziemlich toll und auch wenn ich aufs Ruhrgebiet spitz bin wie Lumpi – Rhein sticht Ruhr. Basta.
In Bonn kann man den Rhein besonders schön vom Alten Zoll aus bewundern. Das ist quasi in der Innenstadt, man kann in einem direkt die Bonner Uni ein wenig bestaunen und vom Alten Zoll aus hat man einen feinen Überblick über Vater Rhein. Direkt am Alten Zoll gibt es auch watt zu schnabulieren. Da kann man dann schön sitzen, hoch überm Fluss. Einfach schön.

Himmel mit Wolken

Wenn ich nicht mit umherstreifen, essen oder lesen, Nägel lackieren oder Rhein bestaunen beschäftigt war, habe ich ausgiebig einfach so in den Himmel gestarrt. Nichtstun und Wolkengucken ergänzen sich hervorragend und sind der Grundstock für jeden gelungenen Urlaub.
Wann habt ihr das letzte Mal den Hans Guckindieluft gegeben? Mal garnix gemacht und euch auch nicht dabei gelangweilt?
Für mehr Müßiggang im Leben! Ellen.

Ich möcht‘ so schrecklich gern ein Landkommunenhippie sein.

Wenn’s zum zweiten Frühstück eine überdurchschnittlich gute Currywurst gibt, dann weiß du: dat wird’n guten Tach.
Und so sollte es gestern dann auch kommen.

In den frühen Morgenstunden Zur frühen Mittachszeit fanden sich gestern einige Blogowskis in Essen Fulerum (sacht Anne) ein. Bei Mampf-Fred. Und während eine gute, pott-typische Bude mit genialer Namensgebung selbst schon eine Reise wert sein kann (wenn ihr in der Nähe seit, sagt Mampf-Fred doch mal ‚Hallo!‘), sind wir vorallem dem Aufruf der Schaschlikbrüder gefolgt, die direkt nebenan einen Stand aufgebaut hatten und ihre selbstgebraute Currysoße „Ruhrfeuer“ der begeisterten Menge zum Verzehr feilboten. Der Clou: Wir, als Vertreter der Presse sozusagen (und weil einige von uns ihren guten Ruf für ein kleines Werbefilmchen aufs Spiel setzten), bekamen die Wurst mit Soße für umme.
Currywurst für umme ist schon Grund zu großer Freude. Richtig gute Currywurst für umme ist quasi unschlagbar.
Ein Glas „Ruhrfeuer“-Soße gibts etwa im Schaschlikbrüder-Onlineshop schon für ein paar Kröten zum Wurst aufmotzen in den eigenen vier Wänden.

Ruhrfeuer CurrySoße

Von da aus gings über die Essener Margarethenhöhe (Juli hatte immensen Wohnneid. Ich auch.) nach Bochum ins Provinzcafe, wo momentan die Fotoausstellung „GREEN“ von Thorsten Schnorrbusch zu bewundern ist. Angucken lohnt sich. Noch viel mehr lohnt sich aber der grandiose Schokokuchen, den es da zu schnabulieren gibt. GRANDIOS. Mit Sahne dazu. Und zum Wässerchen wird ein Lollie gereicht. Mit Lollie kriegste mich ja. Ich bin also schwer begeistert und werde dem Provinzcafe demnächst sicherlich einen weiteren Besuch abstatten.

Schokokuchen und Lollie

Nach Currywurst und Schoko-Kuchen war ich mit dem Tagesverlauf schon ziemlich zufrieden und hätte nicht erwartet, dass Christi Himmelfahrt noch mehr Großartigkeiten für mich in Petto hat.
Weit gefehlt. Claudia lud Juli und mich ein, mit ihr ‚aufs Land‘ zu fahren.
Völlig ahnungslos folgten wir Claudias Wegbeschreibung ins Essener Hinterland und watt soll ich sagen?
Kinder, et is so schrecklich schön da!
Irgendwo hinter Velbert-Langenberg findet sich astreines Landidyll, mit rotwangingen Kindern, Kälbchen und Lämmchen, Hofkatzen und Hühnern. Menschen liegen im Gras, Eselchen hüpfen über eine Weide und es duftet nach Heu.

Zwei Esel auf der Weide

Ich weiß ich bin mit dieser Sehnsucht nicht allein:
Ich möcht‘ so schrecklich gern ein Landkommunenhippie sein.

So heißt es in einem Lied von Joint Venture und so singe ich es seit gestern ununterbrochen.
Ich fand das Ruhrgebiet vorher schon immens gut. Nun bin ich vollends überzeugt: Warum Berlin, wenn du in Bochum leben kannst? Wer braucht den Big Apple, wo es doch den Ruhrpott gibt?
Um es mit dem Herbert seinen Worten zu singen:

Wer wohnt schon in Düsseldorf?

Nein, ich bleib hier. Hier schmiegen sich Metropolen und Paradiese mit’m Popo aneinander. Hier findet man Perlen wie Sand am Meer. Hier passiert sowas wie Blogowski ganz mühelos.
Ich bin zufrieden. Naja, fast. Mir fehlt noch mein Bauernhof, gleich ums Eck von Zechen und Großstadtlärm.

Ich möchte leben wo man Hunde noch Che oder Mao nennt.
Ellen