Der Tag an dem meine Haare orange waren

Jupp. Für 24 Stunden war ich Karottenblond. Und es war kein Spaß.

Haare faerben

Gestern Abend fuhr ich in einer Art Kurzschlusshandlung zum Drogeriemarkt meines Vertrauens und erstand Haarfarbe. Kupferblond. In der Hoffnung genauso toll und hip auszusehen, wie all die Erdbeerblondinen dieser Tage wurde die Pampe am selben Abend noch draufgeklatscht.
Und dann, dann waren meine Haare orange.

Orange Haare

Karottenblond. Während mein Mann das Ganze cool bis amüsant fand, schwankte ich zwischen Punk und Panik.
Heute morgen war dann ganz schnell klar: Das geht garnicht und mein Tag war im Eimer. So richtig. Die Farbe war scheußlich, meine Haare waren scheußlich. Ich war scheußlich.

Nachdem ich mich ein paar Stunden mit ‚Friends‘ auf dem Sofa versteckt und Chips mit Schokolade gefrühstückt habe, habe ich mich entschieden, dieses Desaster zu nutzen und mir selbst eine Lektion in Eigenliebe zu erteilen.
Ich bin mehr als eine schlechte Frisur. Von sowas lass ich mir doch nicht so dermaßen die Laune verderben!

Aufgegessene Avocado

Also gab’s erstmal etwas Gutes zu essen. Avocado und Tomate machen fit und gesund und sind einfach sehr viel besser als Chips und Schokolade. Zumindest besser als Chips. Ganz nach dem Motto: Vitamine – Weil ich es mir wert bin.

Goldener Nagellack und gruener Ring

Dann wurden die Dicken Klunker rausgekramt und die Nägel vergoldet. Eine ausgiebige Dusche und einen beherzter Schuss aus der Make-Up-Flinte haben den Rest erledigt. Kurz: Ich habe alles getan, um so hübsch wie möglich zu sein. Ganz für mich alleine, weil der Rest der Welt nur Augen für meine Signal-farbenen Haare hatte. Wie gesagt: Ich bin es mir wert :)
Und ihr solltet das übrigens auch sein! Egal, wie doof euer Tag ist, wie schlecht eure Haare sitzen und wie dick, dünn, klein oder unförmig ihr euch fühlt. Zeigt euch selbst Respekt!

Derart verwöhnt und aufgeheitert hab ich mich dann sogar ohne Perücke zu einer tollen Verabredung in die Stadt getraut. Mit einer lieben, lieben Freundin, die meine eigenartige Haarfarbe garnicht so schlimm fand, gab es leckere heisse Schokolade. Und ne neue Packung Haarfarbe.

Haarfarbe Mahagoni

Mahagoni. Und ich liebe es.
Was ich neben einer letztendlich doch tollen Farbe mitgenommen habe von heute?
Man muss sich auch mal selbst verwöhnen, dann können alle Färbe-Pannen, miesen Tage und fiesen Launen einpacken.
Und mein Mann ist nicht nur sehr viel geduldiger als ich gedacht habe und ein Ass darin, mich aufzuheitern. An ihm ist ein Frisör verloren gegangen, so toll hat er mir die Farbe auf den Kopf geklatscht.
Jetzt denke ich bei einem Tee und ‚Unterschichtsfernsehen‘ darüber nach, wie ich an jedem Tag besser mit mir selbst umgehen kann.
Wie macht ihr das? Was motiviert euch? Wann tut ihr euch was Gutes?
Wir versuchen immer nett zueinander sein. Da können wir doch auch mal bei uns damit anfangen, oder? xoxo. Ellie

6 Gedanken zu “Der Tag an dem meine Haare orange waren

    • Fassung? Du hättest mich, das Sofa und den Chipstüten-Staniolpapier-Berg sehen sollen, bevor ich meinen Hintern hoch bekommen und mich unter die Dusche geschleift habe 😀

  1. Ich versuche (zumindest theoretisch) mit mir so umzugehen, als wäre ich meine beste Freundin. Allerdings bin ich oft recht arschig zu mir (überkritisch, selbstzweifelnd, sowas).

    Was Färbepannen angeht: Einmal hatte ich plötzlich neonrote Haare und schwankte auch zwischen Punk und Panik, wie du es so schön schreibst. Irgendwie fand ich es dann cool. (Ich liebe aber auch Clementine aus „Vergiss mein Nicht“/“Eternal Sunshine of the Spotless Mind“, die ihre Haare ständig umfärbt.) Ich behalte dann diese Farbe und kombiniere sie mit supertraditionellen Flechtfrisuren, das ist toll.
    Und guck dir mal daintysquid.blogspot.com an – die hat immer tolle Farben.

    Achso, zu deiner Oma: Erzähl doch auch mal! Ich liebe Omageschichten.

    • ‚The Dainty Squid‘ ist klasse! Ihr Nähmaschinen-Chestpiece ist der Wahnsinn :)

      Als ich mit knall-orangen Haaren dastand, war Clemetine tatsächlich mit das erste, was mir in den Kopf kam. Aber eine so extreme Farbe UND eine so nervige Frisur (wachsen-lassen-Haare sehen NIE gut aus) war einfach zu viel des Guten.

      Ja, ich glaube ich werde demnächst tatsächlich einen Post meine Oma widmen. Sie war einfach zu cool :)

      • Nach dem Chestpiece muss ich mal suchen.

        Ja, Haare wachsen lassen… Das hab ich zum Glück schon jahrelang hinter mir (sie sind jetzt so lang, wie ich sie will), aber währenddessen war es nervig. Besonders einen Pony rauswachsen zu lassen ist ein kleines Stückchen Hölle. (Nur ein kleines.)

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